Posts Tagged ‘Popmusik’

I´m not an artist, I’m an entertainer

Freitag, August 27th, 2010 By Nina

Ich war schon überall, ich habe alles gesehen! Glaubt mir, Leute, ich weiß Bescheid, was da draußen so abgeht! Die Welt ist ein Haifischbecken und alle Haifische wollen entdeckt werden. Da draußen heißt es casten oder gecastet werden! Nun, da mein Leben zu Ende geht, sehe ich es mal wieder, wie schon so häufig, vor meinen Augen vorbeiziehen. Und was sehe ich da? Jurys, die mich begutachten, die mein sogenanntes Talent beurteilen. In deren Welt kann man Talent mit Talenten aufwiegen. Schon früher gab es einmal die Währung Talente. Das haben da wohl manche falsch verstanden…

Ja, ich kann Leuten etwas vorsingen, ja, ich habe vielleicht eine gute Stimme, jedoch konnte ich niemals etwas Eigenes schaffen. Vielleicht weil sie mich nicht gelassen haben oder weil ich es nicht kann, weil ich dazu nicht geboren wurde. Müssen wir alle geborene Künstler sein? Nur im Klischee der Künstler suhlt man sich zu gerne. Ja, man kann sich richtig schön darin wälzen, ohne etwas dafür zu tun. Die Leute kreischen schon, wenn man einen Furz lässt und bezeichnen dies als große Kunst.

Du blickst in die Gesichter all der Jurys, in all die Kameras der Casting-Shows und siehst die Euro-Zeichen in ihren Augen. Wie soll eine Jury dein persönliches Können bewerten, wenn sie sich selbst dabei vor einem Publikum produziert. Ja, die Zeiten, in denen die Entdecker und Förderer von Talenten im Hintergrund blieben sind vorbei. Die Entdecker sind heute die Stars und die, die im stetigen Produktionskreislauf gesucht und gefunden werden, gehören gerade mal auf den Recycling-Hof hinter dem Haus des Stars. Deutschland hat seinen Superstar und sucht einen Grund ihn zu zeigen. Germany hat sein Topmodel und sucht einen Grund es zu zeigen. Pop hat seinen Star und sucht einen Grund dafür ihn zu zeigen.

I’m not an artist, I’m a fucking entertainer! Das Licht am Ende des Tunnels ist kein Scheinwerfer!

Welche Ausführung von Popmusiker hätten Sie denn gerne?

Freitag, Mai 21st, 2010 By Nina

Sie sind interessiert an einer ganz besonderen Investition, bei der Sie auch noch nicht als Spießer dastehen? Dann raten wir Ihnen Ihr Geld im Musikgeschäft anzulegen. Aktuell haben wir ganz neue Klone von Bands reinbekommen. Oder wie wäre es mit Drohnen? Ich sehe schon, Sie sind ein Kunde mit Geschmack, der sich nicht so leicht hinters Licht führen lässt…

Wir bieten momentan folgende Modelle an: Da wäre zum einen der traurig schmachtende Sänger, der Traum von kleinen Mädchen, der sensible Typ, der aber auch ein bisschen Macho ist und Lieder über die Liebe, die Sehnsucht und den Weltschmerz singt. Trifft garantiert den Nerv der Zielgruppe von sieben bis sechzehn… Wir bieten ihn in einem Paket an, in dem die ständige Wartung des Sängers, zwei Singles mit Top5-Garantie und ein Album enthalten sind. Außerdem haben wir momentan einen Extra-Service, bei dem unsere Freunde von der Presse Gerüchte streuen, er hätte eine Freundin usw. Das Ganze gibt es natürlich noch in der Boybandvariante mit unterschiedlichen Typen: Der Blonde Süße, der coole Wilde, der eher erwachsene Typ, der Macho und der verträumte Künstler.

Oder sind Sie mehr auf der Suche nach einem weiblichen Modell? Hier bieten wir die Typen Schlampe, Pop-Prinzessin und ganz neu die super Verrückte, die total crazy ist und sich für eine Künstlerin hält (beide brechen in einen Lachanfall aus). Alle treffen garantiert fünf von acht Tönen und haben natürlich eine makellose Figur, die man auf Wunsch aber auch kurzfristig auseinander gehen lassen kann, wenn man mal schnelle PR braucht. Skandale werden natürlich wie immer mitgeliefert, dafür haben wir in jeder großen Redaktion einen unserer Pressevertreter sitzen bzw. verlässliche Schreiber Pressemeldungen, die diese auch gut platzieren und sehen, dass die richtigen Leute sie bekommen. Alle Modelle lassen sich natürlich mit einem Knopfdruck schnell zerstören. Am besten machen Sie dies während eines Konzerts, dann hat die Künstlerin (beide brechen in einen Lachanfall aus) eben ihr Leben für die Kunst (beide brechen in einen Lachanfall aus) geopfert. (mehr …)