Posts Tagged ‘Künstlerklischees’

Jupp und Joop Heidevomzumwinkel: Auf den Spuren des Minenunglücks in Chile

Dienstag, Oktober 19th, 2010 By Nina

Bei solch einem medialen Ereignis wie dem Minenunglück in Chile durften natürlich zwei nicht fehlen: Die Gebrüder Jupp und Joop Heidevomzumwinkel reisten sofort dorthin um sich jeder auf seine Art davon inspirieren zu lassen. Denn nur im menschlichen Schicksal entfalten die Medien ihre wirkliche Macht…

Jupp und Joop Heidevomzumwinkel könnten unterschiedlicher nicht sein: Während für den bekannten Kultur-Kritiker Jupp die Welt voller Poesie und Vervollkommnung in der Kunst ist, erklärt sie Joop rein rational. So kamen sie freilich auch aus verschiedenen Beweggründen nach Chile.

Nach der Rettung der Bergleute wollten sie genau wissen, wie es war. So ließen sie sich beide in die Minen einschließen. Jupp Heidevomzumwinkel sah dies als Kunstperformance, als Ausdruck menschlichen Daseins. Daher zog er sich einen bunten Kaftan über und tanzte das Ave Maria rückwärts und natürlich in der Sprache des Stammes der Honkuktu, einem unbekannten Volk, das Jupp Heidevomzumwinkel durch sein Kritiker-Dasein entdeckte.

Joop Heidevomzumwinkel ließ sich nur wenige Meter vom rituellen Kunstplatz seines Bruders mitsamt seiner Laborausrüstung einmauern um anhand der Gesteine mehr über die Gefühle der Bergarbeiter erfahren zu können.

Faszinierende Ansätze, über die sie uns garantiert berichten werden, wenn sie beide wieder zurück sind. Nur leider wissen wir nicht, wann das der Fall sein wird, denn der Medienzirkus hat sich längst von der Mine verabschiedet, so dass wir aktuell keinen Kontakt zu Jupp und Joop Heidevomzumwinkel haben…

Kommerz ist heute mehr Kunst als andersherum

Freitag, Oktober 1st, 2010 By Nina

Jaja, Kunst ist ein großer Markt, das war schon immer so und das wird auch immer so sein, denn auch der Künstler will schließlich von etwas leben. Es wurde schon immer nicht selten der zum großen Künstler, der sich am besten profilieren konnte.

Das gilt heute genauso wie damals. Wenn man erst einmal oben ist, entscheidet sich wie gut man wirklich ist. Richtig große Künstler machen dann etwas eigenes und lösen sich von den Klischees, denn oben hat man die größte Freiheit. Doch auch das schaffen leider nur die wenigsten und so sind die, die sich auch oben immer noch am meisten profilieren nicht selten die, die am schnellsten, spätestens nach ihrem Tod, wieder vergessen werden.

Nun ja, fragt sich nur, ob es ihnen überhaupt um die Kunst geht oder einfach nur um die Teilhabe an dem ganzen Tanz ums Geld. Sein Werk zu verkaufen ist gut, sich selbst zu verkaufen das Gegenteil, vor allem wenn man an der Spitze ist.

Also, lasst sie sich ruhig weiter profilieren und ihre Balztänze aufführen. Wir machen einfach unser Ding und schmunzeln darüber… ;-)

Mehr Schein als Sein

Dienstag, August 24th, 2010 By Nina

Achtung, Inszenierung! Der Brei all der Worte vermischt sich mit den paar Pinselstrichen, die noch übrig sind, zu einem leicht verdaulichen Gericht. Jetzt mit verbesserter Rezeptur, 99 Cent billiger, in ihrem nächsten Kulturkaufhaus. Die großen Sterne steigen in den Himmel und leuchten viel zu hell. Wer sich von ihnen blenden lässt, wird blind für die Welt hinter dem Licht. Licht am Ende des Tunnels ist nicht absehbar.

Kunst ist ein Produkt, vermarkte es, zermahle es, benutze es nach Packungsanweisung. Kunst ist ewig, aber nicht, wenn sie künstlich ist. Achtung, Inszenierung! Verhalte ich mich nach der richtigen Künstler-Attitüde? Kann man mir den Künstler ansehen? Dort, wo man heute meint, dass oben ist, wird die Luft für die Kunst immer dünner…

Branco Brillo (über sein Schaffen) im Fadenkreuz

Mittwoch, Mai 26th, 2010 By draingirl

(Gastbeitrag von draingirl) Ich bin Künstler. Was ich mache? Kunst. Natürlich Kunst. Vielleicht ist machen das falsche Wort. Ich schaffe, erschaffe und das mit den einfachsten Mitteln, wie z.B. einem Bindfaden. Über diesen Bindfaden kann ich stundenlang referieren, auch wenn ich eigentlich sehr ungern über meine künstlerischen Arbeiten rede, denn ich will dem Betrachter das Erlebnis nicht vorwegnehmen, den intimen Moment, den er mit diesem Bindfaden hat. Er soll ganz in meine Welt eintauchen und genau das fühlen, was ich ihm vorgebe, oder aber, was er selbst dabei empfindet, denn ich gebe allgemein eigentlich nichts vor. Ich möchte weder einen bestimmten Eindruck erzeugen, noch in nur eine Richtung lenken.

Aber ich rede eigentlich nicht gern über meine Intentionen. Das ist auch gar nicht von Belang, denn wenn der Bindfaden nicht von selbst funktioniert, dann ist er nicht eines Kunstwerkes würdig. Ein Bindfaden ist auch vielseitig einsetzbar. Man kann ihn einfach mitnehmen und jeden Ort damit bespielen und das, ohne dass es irgend wem auffällt. (weiterlesen …)