Jupp Heidevomzumwinkel über Sophie von Brunzens historischen Roman „Kalt ist das Butterbrot“
Dienstag, September 14th, 2010
Momentan kommt kein Literaturkenner an dem historischen Roman „Kalt ist das Butterbrot“ von Sophie von Brunzen vorbei. Grund genug, dass sich Kritiker, Experte und Expertenkritiker Jupp Heideivomzumwinkel es näher unter die Lupe nimmt, denn erst wenn er gesprochen hat, dürfen wir anderen uns eine Meinung erlauben:
„Kalt ist das Butterbrot“ von der großartigen Sophie von Brunzen ist ein sensibles Werk über die klassischen Themen der Menschheitsgeschichte: Brote, Würste, soziale Kälte und Verrat beim Abendessen. Unterlegt wird das Ganze durch die hauchzarte und vorsichtige Liebesgeschichte der Magd Claudelle zum Sohn der Familie Frontgardtchizzletobacolist.
Aber fangen wir von Vorne an: 1788: Wir befinden uns auf einer kleinen Insel vor der Küste von Hypernesien. Hypernesien, heute besser bekannt unter dem Namen Schlomdimpur, war damals noch eine britische Kolonie. Kalt ist der Abendwind, der der armen Magd Claudelle durch die Haare an der Küste weht und ihr die Butter vom Brot zu fegen droht. Kurz vor dieser Tragödie rettet sie ein herab fallender Ast. Dieser schlägt sie bewusstlos, so dass sie ihrem eigenen Elend nicht zuschauen muss.
Später setzt sie ihre Arbeit in der Kohlegrube fort um Kohlensäure für ihre Herren zu holen. Von einer großen Blase dort eingehüllt sieht sie ihre Zukunft und die wird strahlend sein. Sie wird an der Seite eines schönen Mannes stehen und selbst die Mägde auf der Suche nach Kohlensäure knechten…
Alleine schon der Anfang der Geschichte zieht einen tief in den historisch genau recherchierten Alltag der damaligen Bevölkerung von Hypernesien. Durch die Insel entsteht eine klaustrophobische Enge, die einem selbst beim großen Finale den Atem stocken lässt und man schnell zum Kühlschrank läuft um zu sehen, dass die eigene Butter nicht zu kalt geworden ist. Daran erkennt man schon, dass das Thema der großen Butterkriege von damals gut aufgegriffen und gekonnt in die Geschichte eingewoben wurde. Ein äußerst lesenswertes Buch und zurecht auf Platz eins der Bestseller-Liste der Tengelmann-Zeitschrift!




