Posts Tagged ‘Bücher’

Olga Chaukotschenzki hat den Deutschen Buchpreis gewonnen

Dienstag, Oktober 5th, 2010 By Nina

Sie ist der Star der großkütteler Brunzanen. Und trotz ihrer langen Leiden und ihren unzähligen Depressionen hat Olga Chaukotschenzki nun einen großen Triumph erfahren dürfen. Sie ist die feinfühlige Poetin unter der sonst so rauen Schale der Integrations-Problematik. Nun haben dies auch die Literaturpäpste dieser Welt entdeckt und Olga Chaukotschenzki, das Herz der Brunzanen, mit dem Deutschen Buchpreis bedacht.

Nein, der Preis wurde auch nicht aus gegebenem Anlass an ausgerechnet sie vergeben, sondern weil sie eine Geschichte erzählt, eine Geschichte von Fremdheit im Leben, wie sie sich als kleines Kind unter lauter fremden Kindern in einem Himmel-und-Hölle-Spiel durchsetzen musste, wie sie sich immer fremd fühlte in einem Bekleidungsgeschäft, wo sie doch Lebensmittel einkaufen wollte. Szenen, die nur wenige von uns kennen, weil wir nicht sagen können: Wir sind hier fremd!

Die großkütteler Brunzanen wanderten vor rund drei Jahren, also vor einer Ewigkeit aus der Region Brunzaneutscha hierher ein. Immer wurden sie getrieben, immer verfolgt, von ihren eigenen Hühnern, von Autos, bei denen die Bremse nicht mehr ging und natürlich von ihren eigenen Kindern, obwohl sie eigentlich gerade Ruhe haben wollten.

Dieses Gefühl der Fremde bannt Olga Chaukotschenzki in ein beeindruckendes 21.145 Seiten starkes Werk, das die Kritiker nach ihrer zweitägigen Lektüre tief getroffen hat, denn dieses Gefühl der Fremdheit konnten sogar sie nachvollziehen. Der Deutsche Buchpreis 2010 geht also zurecht an die großkütteler Brunzanerin Olga Chaukotschenzki und ihr Werk „Schritznakowitschka – Die Fremde außer mir“, ein Werk, das wie ein Film von Tschinzkarowitsch ist, leise am Anfang, still in der Mitte und beschaulich am Schluss.

Jupp Heidevomzumwinkel über Sophie von Brunzens historischen Roman „Kalt ist das Butterbrot“

Dienstag, September 14th, 2010 By Nina

Momentan kommt kein Literaturkenner an dem historischen Roman „Kalt ist das Butterbrot“ von Sophie von Brunzen vorbei. Grund genug, dass sich Kritiker, Experte und Expertenkritiker Jupp Heideivomzumwinkel es näher unter die Lupe nimmt, denn erst wenn er gesprochen hat, dürfen wir anderen uns eine Meinung erlauben:

„Kalt ist das Butterbrot“ von der großartigen Sophie von Brunzen ist ein sensibles Werk über die klassischen Themen der Menschheitsgeschichte: Brote, Würste, soziale Kälte und Verrat beim Abendessen. Unterlegt wird das Ganze durch die hauchzarte und vorsichtige Liebesgeschichte der Magd Claudelle zum Sohn der Familie Frontgardtchizzletobacolist.

Aber fangen wir von Vorne an: 1788: Wir befinden uns auf einer kleinen Insel vor der Küste von Hypernesien. Hypernesien, heute besser bekannt unter dem Namen Schlomdimpur, war damals noch eine britische Kolonie. Kalt ist der Abendwind, der der armen Magd Claudelle durch die Haare an der Küste weht und ihr die Butter vom Brot zu fegen droht. Kurz vor dieser Tragödie rettet sie ein herab fallender Ast. Dieser schlägt sie bewusstlos, so dass sie ihrem eigenen Elend nicht zuschauen muss.

Später setzt sie ihre Arbeit in der Kohlegrube fort um Kohlensäure für ihre Herren zu holen. Von einer großen Blase dort eingehüllt sieht sie ihre Zukunft und die wird strahlend sein. Sie wird an der Seite eines schönen Mannes stehen und selbst die Mägde auf der Suche nach Kohlensäure knechten…

Alleine schon der Anfang der Geschichte zieht einen tief in den historisch genau recherchierten Alltag der damaligen Bevölkerung von Hypernesien. Durch die Insel entsteht eine klaustrophobische Enge, die einem selbst beim großen Finale den Atem stocken lässt und man schnell zum Kühlschrank läuft um zu sehen, dass die eigene Butter nicht zu kalt geworden ist. Daran erkennt man schon, dass das Thema der großen Butterkriege von damals gut aufgegriffen und gekonnt in die Geschichte eingewoben wurde. Ein äußerst lesenswertes Buch und zurecht auf Platz eins der Bestseller-Liste der Tengelmann-Zeitschrift!

Loriot und seine Form der Literaturkritik

Dienstag, Juli 6th, 2010 By Nina

Ein Bruder im Geiste von Jupp Heidevomzuminkel:

Jupp Heidevomzumwinkel zum neuen Bestseller “Die Liebe ist eine verrostete Landstraße”

Freitag, Juli 2nd, 2010 By Nina

Heute wollen wir uns einmal einem Werk widmen, dass so lange auf Platz eins der Bestseller-Liste der “Kreuzknüppelheimer Rundschau” lag, dass man es fast vergessen könnte, so präsent war es die ganze Zeit. Klothilde von Brunshummelsburg legt uns mal wieder ein Werk vor, dass man in seiner Eindringlichkeit fast schon aufdringlich finden könnte, wären da nicht die subtilen Wortspielereien, die einem mit Druckluft um die Ohren gepresst werden.

Nach ihren letzten Werken wie “Liebe ist eine verkohlte Katze” und “Liebe ist, wenn der Goldfisch oben schwimmt” kommt nun der abschließende Teil der “Liebe ist”-Saga: “Liebe ist eine verrostete Landstraße”. Im Laufe der zweieinhalb Wochen, in denen die Werke erschienen sind, was für Bestseller doch ein langer Zeitraum ist, hat das œuvre eine beachtliche Wandlung vollzogen, von einem Roman d’amour mit leicht trivialem Touch hin zur höchsten Gattung der deutschen Literatur, dem Arztroman.

Sir Squibblepork III weilt immer noch auf seinem Landgut auf einer kleinen Insel vor der anglo-wallonischen Küste. Hier besucht ihn seine Enkelin Tamara Wibblelork, geborene Squibblepork, die wir bereits aus “Liebe ist eine verkohlte Katze” kennen. Sie offeriert ihrem Großvater ein schreckliches Geheimnis: Der Arzt, dem sie all die Jahre leidenschaftlich und mit voller Hingabe vertraut hat, ist auf einmal nicht mehr aufzufinden und das gerade zu dem Zeitpunkt als Tamara ein Kind bekommen möchte. Schon jetzt ist klar, dieser noch nicht existierende Embryo wird ein düsteres Mysterium in sich tragen!

Der Leser erfährt nun an dieser Stelle bereits, dass der gutaussehende und herb duftende Landarzt Peter Brunswick-Snarkleborough in den Wald fliehen musste, da ihn ein Alptraum nicht mehr loslässt: Er hat schon seit zwei Tagen den Abwasch nicht mehr gemacht! Diesen Anblick kann er einfach nicht mehr ertragen und flieht aus der Einöde um nach einem Waisenhaus zu suchen, wo er sterbende Meerschweinchen heilen kann. Wird Tamara Bibblelork, geborene Squibblepork, ihn noch rechtzeitig finden, bevor sie selbst das dunkel Geheimnis ihres noch nicht gezeugten Kindes einholt?

Mal wieder philosophische Kost, die uns Klothilde von Brunshummelsburg da auftischt! Ein Roman, der einem die Welt ein Stückchen näher bringt und sich von ihr verschlingen lässt. Absolut lesenswert, vor allem für alle jene, die immer noch auf der Suche nach ihrem verschollenen Adelstitel sind!

(Jupp Heidevomzumwinkel)