Komm, wir scheißen uns ins eigene Nest!

By Nina

Was braucht der Mensch? Ja, ich weiß, eine höchst philosophische Frage, mal davon abgesehen, dass man dies wohl nur als Philosophie begreift, wenn man in der luxuriösen Lage ist wie wir seine Bedürfnisse nicht unbedingt grundlegend festzumachen…

Was braucht also der Mensch? Ganz klar, er muss zum einen atmen, das wäre nicht schlecht, dann sollte er noch regelmäßig essen und trinken, soweit so gut. Damit wäre ein Mensch doch schon mal grundlegend überlebensfähig. Darin sind wir uns wohl alle einig.

So, und was macht der Mensch? Er verpestet die Luft, die er atmet, er vergiftet die Nahrung und das Wasser… Jo, schön blöd, das ist der Mensch! Und wenn wir dann bei allem noch schön schlau daherreden können, über Gott und die Welt, über richtig und falsch, über Haben und Sein und Nutzen und Zweck, über gut und böse, feige und blöde, Moral und Werte, Werte und Geld, Ethik und Kosmetik, dann vergessen wir unsere eigene Dummheit wenigstens für ein paar kleine Momente.

So, und folgenden Klassiker kann ich mir dann doch nicht verkneifen:

Andreas Rebers: Wir reiten auf Kamelen durch Berlin

By Nina

Und, wo sitzt ihr gerade auf?

Leistungsgesellschaft

By Nina

Besser, schneller, weiter, höher, früher, auf keinen Fall später, toller, gigantischer, großartiger, niemals nach hinten, immer nach vorniger, schöner, jünger, erfolgreicher, wichtiger, mächtiger, niemals schmächtiger, weiter, breiter, niemals abwärts die Leiter, aufwärts, aufwärtiger, am aufwärtigsten, auf jeden Fall mehr, mehr, mehr.

Und wenn sie nicht gestorben sind, dann konkurrieren sie noch heute, taumeln im Leistungsdruck und drücken immer mehr, mehr, mehr…

Eine Welt voller Überfluss

By Nina
cc by flickr/ Brian

cc by flickr/ Brian

Wir sind so voll wie wir leer sind. Aus Langeweile suchen wir zwanghaft nach Problemen, nach Dingen, die die Welt nicht braucht, aber wir in unseren Augen schon. Wir schicken unsere Hunde zum Psychiater, weil wir alles auf alle anderen projizieren.

Oder vielleicht machen wir die Tiere auch einfach depressiv, weil wir sie in enge rosa Kleidchen stecken, in einer Tasche als Accessoire mit uns führen und ihre natürliche Ordnung nicht akzeptieren. Ja, wir nehmen alles auf in unsere menschliche perfekte Welt, was bei drei nicht auf den Bäumen ist und selbst, wenn sie das geschafft haben, dann beschlagnahmen wir einfach die Bäume.

Uns gehört die Welt und wir wundern uns, wenn wir feststellen müssen, dass es nicht so ist, dass wir klein sind. Aber das muss man dann gleich in anderem ersticken. So gucken wir bunte Werbespots und bauen Vertrauen zu Produkten auf. Ja, ich vertraue meiner Cremetube auch jeden Tag, während ich sie ausquetsche. Sowieso ist Vertrauen zu Produkten viel besser, denn hier bekommt man selbst bei Enttäuschung wenigstens keine Widerworte. Ich bin auch immer so enttäuscht von meiner Zahnpasta… Naja, vielleicht sollte ich Creme und Zahnpasta auch zum Psychiater schicken…