Archive for Dezember, 2010

Jahreswechsel, Kulturskandale und Prognosen

Mittwoch, Dezember 22nd, 2010 By Nina
cc by wikimedia/ Link, Hubert

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Wo ist das Jahr hin und was wird danach kommen? Fragen über Fragen, die an der Existenz der Menschen zerren seit sie sich selbst die Zeitrechnung auferlegt haben. Wir wagen mal eine kleine Prognose und versuchen uns in hell- oder auch dunkelseherischen Fähigkeiten:

Jemand wird ein Skandalbuch auf den Markt bringen, weitere Theater werden 2011 schließen müssen, der Kulturetat sinkt, Politiker werden sich an die Macht klammern, die Lage und Stimmung unter den Menschen wird sich zuspitzen, dann gibt es wieder ein Skandalbuch, dann eine Skandalenthüllung, einen neuen noch jüngeren Stern am Pophimmel, noch mehr alte Stoffe werden erneut zu Filmen verwurstet, eine Umweltkatastrophe erschüttert eine der ärmsten Regionen und hier tanzen die Charity-Ladies Ringelrein, dann wird es eine Skandalfernsehsendung geben, die von dem passenden Buch begleitet wird und am Ende des Jahres fragen wir uns in etlichen Jahresrückblicken, wo das Jahr hin ist und was kommen wird.

Freuen wir uns also auf neue Ereignisse im Jahr 2011! In diesem Sinne verabschieden wir uns in eine kleine Winterpause. Im neuen Jahr sind wir dann in alter kultureller Frische wieder da. Auch liebe Grüße von Jupp Heidevomzumwinkel soll ich bestellen. Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Das Remake von „2001: Odyssee im Weltraum“ – Justin Bieber, Kim Kardashian und Lady Gaga in den Hauptrollen

Mittwoch, Dezember 15th, 2010 By Nina
cc by argazkiak

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Wer will denn noch Filme sehen, die älter als zehn Jahre alt sind. Da tragen die Leute ganz komische Klamotten, sehen überhaupt nicht trendy aus und alles ist auch gar nicht in 3D. Klar, dass da Hollywood immer wieder alte Filme neu remaken muss. Böse Zungen behaupten, dass ihnen nichts mehr einfällt, wir wissen aber, dass sie uns in Wirklichkeit nur etwas Gutes tun wollen. Ganz bestimmt, diese großen Firmen wollen eh immer nur das Beste für uns und wissen auch, was passend ist.

Deshalb stürzen wir uns 2011 in ein absolutes Remake-Jahr. Ja, Freunde, alle Filme, die eure Eltern liebten und ihr vielleicht früher mal auch, werdet ihr neu nach modernen Standards lieben lernen. Neben „Der Pate“ oder „Quo vadis“ gibt es im kommenden Jahr ein Wiedersehen, ja, liebe Jüngere, es ist ein Wiedersehen, mit „2001: Odyssee im Weltraum“. Wer braucht schon Stanley Kubrick, wenn er die mörderische Leidenschaft eines James Cameron hat?

In den Hauptrollen geben sich die Stars die Klinke in die Hand. Justin Bieber spielt an der Seite von Kim Kardashian, Miley Cyrus und Lady Gaga. Manche eigentlich männliche Rollen wurden dafür extra zu Frauen gemacht. Paris Hilton darf auch mal ran und natürlich will niemand diese veraltete Inro-Musik hören. Speziell für den berühmten Anfang haben sich Lady Gaga, Katy Perry und Rihanna zusammengetan und ihren unvergleichlichen und einzigartigen Klang fusioniert. Ach ja, und die Vormenschen tanzen dazu natürlich in einer Choreografie. Bordcomputer und Co. stammen von Apple, außerdem mit an Bord sind BMW, Coca-Cola, McDonalds, Christian Louboutin, Gucci uvw.

Was will man mehr?

Jupp Heidevomzumwinkel auf der künstlerisch wertvollen Suche nach seinem Bruder

Donnerstag, Dezember 9th, 2010 By Nina
cc by flickr/ Gerej

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Es ist schon eine Tragödie, die sich da ereignet. Da haben sich die Brüder Jupp und Joop Heidevomzumwinkel gemeinsam in die Mine in Chile aufgemacht um die Gefühle der eingeschlossenen Bergarbeiter nachzuempfinden, mit Haut und Haar und mit ganzer Seele und Inbrunst, und nun ist Jupp schon lange zurückgekehrt, aber Joop ist noch weg.

Es sind die zwei genialsten und ungleichsten Brüder seit den Humboldts: Jupp, der Künstlerkritiker mit selbst einem Hang zur kritischen Kunst, und Joop, der rationale, wissenschaftliche. In der Mine von Chile konnten sie beides vereinen.

Jupp musste seine künstlerisch-spirituelle Erfahrung schon früher abbrechen, da Meditieren aufgrund der Hammerschläge seines Bruders in der benachbarten Höhle unmöglich war. Mit einem epischen Traktat darüber meldete sich der geniale, der einzigartige Jupp Heidevomzumwinkel zurück und sorgte sofort für einen Sturm der kulturellen Begeisterung. Doch wo ist Joop?

Irgendwann fiel dies auch Jupp auf und er machte sich auf die Suche. Er schwitzte während Bergarbeiter ihn zur Mine zurück trugen und gab unermüdlich ein anstrengendes und auslaugendes Interview während die Arbeiter sich durch Geröll und Stein gruben. Jupp Heideivomzumwinkel thronte in seinem Maßanzug wie ein Beschützer über den Arbeitern und spornte sie zu Höchstleistungen an.

Bis jetzt jedoch noch keine Spur von Joop? Jupp wandelt noch jetzt sinnierend von Kamera zu Kamera und denkt künstlerisch wertvoll über sein Schicksal und ach ja, das seines Bruders nach. Dazu wird er einen Gedichtband, einen Erlebnisbericht, ein Theaterstück, zwei Filme und eine Dokumentation herausbringen. Hat der Bruder den Mittelpunkt der Erde erreicht und erforscht dort nun die Maulwurfmenschen? Ist er einem Gas-Rausch verfallen und tanzt lachend und singend in einem Kleid durch die dunklen Gänge? Konnte er sich bis nach Deutschland durchbuddeln und löste leider den Krater von Schmalkalden aus? Fragen über Fragen, denen sich Jupp Heidevomzumwinkel in den nächsten Monaten und Wochen sicherlich kunstvoll und voller Inbrunst nähern wird…

Und zurück geht’s in die 50er Jahre!

Mittwoch, Dezember 1st, 2010 By Nina

Hier kommt das Wirtschaftswunder! Wir befinden uns im Aufschwung. Jucheee! Die Arbeitslosenzahlen sinken dank geschönter Statistiken und die Wirtschaft brummt, wie leicht kann man sich doch die Welt machen! Wir sind im Aufschwung und schwingen daher fröhlich und trendtechnisch in Nostalgie hin und her.

Hui, hoffen wir nur, dass die Schaukel nicht zurückschnwingt… 2011 sind modisch die 50er Jahre wieder in. Fallen wir also in Zeiten zurück, in denen Frauen noch Frauen waren und Männer noch Männer. Als Frauen die Männer nicht beim Jagen und Sammeln störten, sondern noch brav das Essen machten.

Als Frauen noch wussten, wo sie hingehören, hinter Herd und ins Bett. Auch wohntechnisch sind die 50er Jahre erklärter Trend. Auf in die Zeiten von Nierentischen und anderen Möbeln, die nach Organen benannt sind. Was für ein Spaß! Damals war das Wirtschaftswunder angesagt und heute brauchen wir auch wieder eines. Wir brauchen es, wir brauchen es, wir brauchen es! Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt…