Archive for Juli, 2010

Konstantin Wecker: „Vom Sinn“

Freitag, Juli 30th, 2010 By Nina

Die Welt steckt voller Sinn, sieh nur gut nach, guck nur gut hin, irgendwo sein muss der Sinn. Er schwebt an deinem Kopf vorbei in dein linkes Ohr und fragt sich warum sitzt er da. Professoren kommen und deuten ihn, Kritiker kommen und zerlegen ihn, Lehrer interpretieren ihn und Kunstkenner nicken sehr ergriffen um sich nicht zu blamieren…

Erich Kästner: Der Handstand auf der Loreley

Dienstag, Juli 27th, 2010 By Nina

Der Handstand auf der Loreley
(Nach einer wahren Begebenheit)

Die Loreley, bekannt als Fee und Felsen,
ist jener Fleck am Rhein, nicht weit von Bingen,
wo früher Schiffer mit verdrehten Hälsen,
von blonden Haaren schwärmend, untergingen.

Wir wandeln uns. Die Schiffer inbegriffen.
Der Rhein ist reguliert und eingedämmt.
Die Zeit vergeht. Man stirbt nicht mehr beim Schiffen,
bloß weil ein blondes Weib sich dauernd kämmt.

Nichtsdestotrotz geschieht auch heutzutage
noch manches, was der Steinzeit ähnlich sieht.
So alt ist keine deutsche Heldensage,
daß sie nicht doch noch Helden nach sich zieht.

Erst neulich machte auf der Loreley
hoch überm Rhein ein Turner einen Handstand!
Von allen Dampfern tönte Angstgeschrei,
als er kopfüber oben auf der Wand stand.

Er stand, als ob er auf dem Barren stünde.
Mit hohlem Kreuz. Und lustbetonten Zügen.
Man fragte nicht: Was hatte er für Gründe?
Er war ein Held. Das dürfte wohl genügen.

Er stand, verkehrt, im Abendsonnenscheine.
Da trübte Wehmut seinen Turnerblick.
Er dachte an die Loreley von Heine.
Und stürzte ab. Und brach sich das Genick.

Er starb als Held. Man muß ihn nicht beweinen.
Sein Handstand war vom Schicksal überstrahlt.
Ein Augenblick mit zwei gehobnen Beinen
ist nicht zu teuer mit dem Tod bezahlt!

P.S. Eins wäre allerdings noch nachzutragen:
Der Turner hinterließ uns Frau und Kind.
Hinwiederum, man soll sie nicht beklagen.
Weil im Bezirk der Helden und der Sagen
die Überlebenden nicht wichtig sind.

Kommen Sie zur kreativsten Party des Jahres, auf der sich auch, Achtung, Künstler befinden werden

Freitag, Juli 23rd, 2010 By Nina

Es wird wohl mal wieder eine DER Parties des Jahres. Der Gröbelbrüchener Rosenball ist das wichtigste gesellschaftliche Ereignis nach den Hagenfliedener Tulpentanz, dem Brunskütteler Elefentenmarsch, dem Ragendrobener Lautsprecherball, dem Hieselbiegener Papierball und dem Klopsjübener Hüpfball. Hier treffen sich die Schönen und die Reichen, die die nur eines von beidem sind und die, die beides in sich vereinen, dazu zählen auch die, Achtung, K-Ü-N-S-T-L-E-R. Ja, Sie haben richtig gelesen, auch Künstler werden anwesend sein.

Das heißt auch bei diesem Event können wir uns alle in der überragenden Kreativität dieser göttlichen Wesen, dieses Geniestreichs der Schöpfung sonnen und Teil ihres bestimmt sehr wirren und immer ein bisschen verrückten Kosmos sein.

Bei einem Gläschen Champagner lassen sich hervorragende Gespräche über ihre letzten Werke führen, die die Künstler natürlich in all ihrer Bescheidenheit abwinken werden und rot anlaufen werden, wenn sie Ruhm erheischen und im Mittelpunkt stehen. Ja, Zurückhaltung war schon immer ein Merkmal dieser ach so verrückten Künstler. Ach nein, was sind die auch immer crazy, wenn Sie mir diesen neumodischen Ausdruck erlauben, aber manchmal überkommt es halt auch mal mich und ich möchte mich in einem Anflug künstlerischen Schaffensdrangs ausleben.

Ich möchte so verrückte Dinge wie diese Verrückten tun und zum Beispiel einfach einen Wollpulli zum Glas Champagner anziehen. Oder meinen Teebeutel etwas länger ziehen lassen, damit er auch richtig schön stark ist, damit er es in sich hat. Sie verstehen… Ich möchte endlich ausbrechen aus diesem engen bürgerlichen Korsett und Künstler sein, dann würden mich die Leute auf dem hagenfliedener Tulpentanz oder dem brunskütteler Elefentenmarsch auch mit ganz anderen Augen sehen, wo ich doch eh immer wie die Künstler da bin. Doch dieses Mal würde meine Anwesenheit von einer sagenhaften Aura umspült werden, die mir Kaviar, Gänsestopfleber und Champagner gleich noch besser schmecken ließe. Genauso wie sie es eben auch tun…

Monty Python: It’s the Arts – Heute: Kino

Dienstag, Juli 20th, 2010 By Nina

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