Archive for Juni, 2010

Das Spannungsfeld zwischen Leitkultur und Kulturleitung

Freitag, Juni 25th, 2010 By Nina

Dieses ganz vortreffliche Kunstwerk erzeugt ein spannendes Spannungsfeld zwischen feldiger Entspannung und Spannfeldern. Diese einzigartige Wirkungsweise, die einen direkt über sein Dasein und seinen morgendlichen Kaffee nachdenken lässt. Ja, dieses Meisterwerk lässt einen vom Nagel des linken kleinen Zehs bis hin zum gespitzten Scheitel der mit Gel bestrichenen Platte erschaudern.

Beim ersten Blick, beim ersten Augenblick, wenn das Auge einen Blick wagt und auch riskiert, ist man gefangen im Bann dieser faszinierenden, strahlenden und doch subtil funkelnden Schönheit. Schön ist die Schönheit des Seins und auch die des Zwergenstaates, in dem der Künstler seine Kindheit verbracht hat. Als er noch klein war und sich dem Kleinsein ganz hingeben konnte. Eine Erinnerung an magische Zeiten! Zeiten voller Bärchenwurst und Milchbärten, die einem auch ohne Glas wachsen…

Eine Idylle, die jäh durch das spannende Spannungsfeld des Heranreifens durchbrochen wird. Wenn das Leben beginnt zu schrumpeln wie eine Rosine, kann man sich nur noch deren Windungen hingeben. Ach, verlorene Zeiten, die zeitlich unmöglich wieder zu erreichen sind, wenn man sich nicht von der Leitkultur und deren spannenden Partner der Kulturleitung führen lässt.

Ich halte es kaum aus, diese Anmut, die mich diese wirklich literarischen Zeilen aus dem Äther meiner armen Seele fließen lässt. Ich, der Kunstkenner, komme nicht an dem formschönen Briefkastenschild meines Nachbarn vorbei, der mich jeden Tag aufs Neue demütig vor der Schöpfung stehen lässt.

Skandal: Verbirgt sich Jupp Heidevomzumwinkel hinter dem Pseudonym Dr. Anna?

Freitag, Juni 18th, 2010 By Nina

Es ist wohl eines der größten Rätsel unserer Zeit, wenn nicht überhaupt der Menschheitsgeschichte. Der gefeierte, durchlauchte und beneidenswerteste Experte von allen, Jupp Heidevomzumwinkel, der uns allen schon mit seinen fundierten Meinungen half die Welt der Kultur zu verstehen, soll angeblich unter einem Pseudonym selbst zur Feder gegriffen haben. Wenn das so ist, wäre es DER Geniestreich überhaupt, denn wohl niemand hätte Jupp Heidevomzumwinkel hinter dem Namen Dr. Anna vermutet.

Der Wunderbaum - Ein Fortschritt, dem sich manche verweigern

Der Wunderbaum - Ein Fortschritt, dem sich manche verweigern

Eben die Dr. Anna, die uns in den letzten Jahren immer wieder auf unterhaltsame und leichte Weise auf die sozialen Brennpunkte unserer Zeit aufmerksam machte. In ihrem kritischen Buch „In den Slums von Berlin“ zeigt sie ein ganz neues Bild unserer Hauptstadt, fernab der feinen Straßen von Berlin Mitte. Ja, sie war die Erste die offen über die Ghettoisierung des Prenzlauer Bergs sprach, wo momentan noch Horden von Kindern hinter wohlbehüteten Fenstern sitzen. Doch was passiert, wenn all diese Kinder erwachsen werden? Sie werden aus ihren reichen Elternhaushalten, die sich ehemals für in hielten ausbrechen, und linksradikale Anwälte werden oder gewaltbereite Ärzte, die jederzeit zum Messer greifen könnten.

In „Ich sprüh dir eine Prise Glück“ wandte sich Dr. Anna einem leichteren, wenn nicht minder ernstem Thema zu, der Weigerung mancher Menschen Duftsprays zu benutzen. Ja, sie sind mitten unter uns, Menschen, die ihre Wohnung nicht mit Duftkerzen, Raumsprays, automatischen Zerstäubern, Räuscherstäbchen oder ähnlichem zu wohligem Geruch verhelfen. Nein, ihnen genügt es zu lüften und die verdreckten Gerüche der Außenwelt in ihre eigenen vier Wände zu lassen. Eine Verderbtheit und Verrohung, die ihresgleichen sucht. Dr. Anna gibt in ihrem Buch denjenigen wertvolle Tipps, die diesen Zustand ändern, die aussteigen wollen.

„Ich sprüh dir eine Prise Glück“, eines der bedeutendsten Bücher unserer Zeit. Und genau hinter all diesen Beststellern soll laut einer Bloggerin Jupp Heidevomzumwinkel stecken. Wenn sich dies als wahr erweist, ist es ein weiterer Coup dieses großen Geistes, der ihm einen garantierten Platz im Olymp der Experten, im Himmel der Weisen und Kritiker, sichern wird. Wir bleiben natürlich dran…

Die Deutschen und ihre Fußball-Revolution

Freitag, Juni 11th, 2010 By Nina
Märzrevolution Berlin 1848

Märzrevolution Berlin 1848

Ja, meine Freunde, hoch die Fahne! Ich sehe mit einem weinenden und einem lachenden Auge, dass ihr wieder einmal zur Fahne greift. Recht habt ihr, denn wir leben in stürmischen Zeiten, gegen die man vorgehen muss. Die Revolution muss her, also vereint euch wieder unter den Fahnen wie einst eure Vorgänger. Nehmt die Farben des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation, nehmt die Farben der Studenten, die einst in den Befreiungskriegen gegen Napoléon aufstanden.

„Aus der Schwärze (schwarz) der Knechtschaft durch blutige (rot) Schlachten ans goldene (gold) Licht der Freiheit.“ Die Revolution ist Nahe, es liegt etwas in der Luft. Sie flirrt und ist heiß von der aufgeheizten Gemütern des Volkes. Die Studenten sahen damals in den Farben der Flagge ein Symbol für Freiheit, Bürgerrechte und deutsche Einheit. Tun wir dies also auch! Stürmen wir gegen die Banker, gegen die überforderten Politiker, ändern wir das System, schwirren wie schwärmende Scharen auf den Plätzen der Macht umher und stechen mit spitzem Stachel zu. Ich sehe mit Freude, dass ihr euch zusammenrottet und wieder als Volk ein einheitliches Symbol wählt. Stürzen wir all die Napoleons.

Und schon dringen eure Parolen an mein Ohr. Welch süßer Einheitsgesang. Klingt er doch aus der Ferne wie aus einem Munde. Was höre ich da? Olé, olé, olé! Ist das eure Botschaft? Soll das die Revolution begleiten? Das kannte ich doch bisher nur aus dem Fußball? Oh nein, ist das etwa keine Revolution und rottet ihr euch nur aus Gründen des nationalen Schweinsleders zusammen?

Weh uns allen, wenn wir nur solche Gründe für die Versammlung haben! Oder mit den Worten Heinrich Heines:

Doch als die schwarz-rot-goldene Fahn,
Der altgermanische Plunder,
Aufs neue erschien, da schwand mein Wahn
Und die süßen Märchenwunder.
Ich kannte die Farben in diesem Panier
Und ihre Vorbedeutung:
Von deutscher Freiheit brachten sie mir
Die schlimmste Hiobszeitung.

Ihnen fehlt der Experte…

Freitag, Juni 4th, 2010 By Nina

Ich bin der Experte der Experten. Ich sag anderen ständig und überall meine Meinung, auch bzw. besonders, wenn man mich nicht gefragt hat. Am liebsten zeige ich anderen, wie dumm sie sind, obwohl ich selbst keine Ahnung von der Realität habe und am liebsten ergehe ich mich in Worthülsen, weil nur ich so viel reden kann, ohne etwas zu sagen.

Denn, wenn die Leere sich in Hülsen hüllt, hüllen leerende Hülsenfrüchte sich mit bedeutungsschwangerem Nichts. Vor allem, wenn nur ich den sensorischen Sinn exkommunizierter Sprechblasen, die eigentlich der Häresie schuldig wären, in den Orbit meiner Erkenntnis hole, fühle ich mich schwebend über meinen Mitmenschen.

Schweben können Blasen auch ohne Luft, oder auch nicht?! Nichtigkeiten leben ohne Wichtigkeiten in vakuumierten Räumen. Ja, Räume sind Schäume und wir befinden uns in solchen. Schäumen können wir wichtigen Leute ja auch besonders gut und Latte Macchiato ist mein Lieblingsgetränk. Lieblinge verstecken sich gerne in fremden Betten. Skandalös! Aber Skandale lieben wir ach so wilden Wildheiten ja am liebsten. Ja, wir sind so wild und alternativ, dass es gar nicht mehr an Banalitäten mangelt.

Ihr wollt wissen, worüber ich hier spreche? Vielleicht über dich oder dich oder vielleicht auch über deinen langjährigen Nachbarn, der Stars wie Hannelore Kröpf liebt. Auch Hannelore Kröpf ohne Kropf könnte hanebüchen gemeint sein, denn sind wir nicht alle ein bisschen kluma?
Ihr versteht nicht wovon ich spreche, fandet aber das Klang gut, dann erzählt es anderen und schon seid auch ihr ein Experte. Ich bin stolz auf euch!