Archive for Mai, 2010

iZeit – Ein neues Zeitalter der Architektur beginnt

Freitag, Mai 28th, 2010 By Nina

So wie die römischen und griechischen Tempel, die gotischen Kathedralen und Schlösser der französischen Könige, hat auch unser Zeitalter herausragendes geschaffen. Doch nicht alle haben dies erkannt, während Architekten, deren ruhmreiche Tage langsam vorbei sind, sich immer noch an Gebäuden aus Glas und Stahl versuchen, lassen sich die wahren Schöpfer von DER Erfindung unserer Zeit inspirieren, dem iPod.

Nicht nur die Architekten lassen sich von diesem Meisterwerk der Technologie anstecken, sondern auch Designer. Es gibt iPod-Lampen, iPod-Kühlschränke, iPod-Häuser, iPod-Regierungsviertel. Ja, wir finden den iPod so schön, dass wir uns wünschen würden, alles würde nach und nach wie ein iPod aussehen.

Apple hat mit seinem Design wirklich Maßstäbe gesetzt, denen sich kein denkender Mensch entziehen kann. Weiß und rundlich heißt die Devise, die jeder stylishe Mensch versuchen sollte in seinem Leben umzusetzen. Niemand vor Apple ist auf solch ein geniales Design gekommen, so dass wir uns alle in Ehrfurcht verbeugen müssen. Nach bahnbrechenden Design-Epochen wie dem Barock oder der Renaissance ist bei uns die iZeit angebrochen! Um dem allgemeinen Maß gerecht zu werden, sollten wir uns also auch nach und nach in iPods verwandeln, zur Not geht aber auch das iPhone oder das iPad… Die Welt ist ein iPod und wir leben darin! Heil dir, iPod, Führer der Welt und Erschaffer der Ästhetik!

Branco Brillo (über sein Schaffen) im Fadenkreuz

Mittwoch, Mai 26th, 2010 By draingirl

(Gastbeitrag von draingirl) Ich bin Künstler. Was ich mache? Kunst. Natürlich Kunst. Vielleicht ist machen das falsche Wort. Ich schaffe, erschaffe und das mit den einfachsten Mitteln, wie z.B. einem Bindfaden. Über diesen Bindfaden kann ich stundenlang referieren, auch wenn ich eigentlich sehr ungern über meine künstlerischen Arbeiten rede, denn ich will dem Betrachter das Erlebnis nicht vorwegnehmen, den intimen Moment, den er mit diesem Bindfaden hat. Er soll ganz in meine Welt eintauchen und genau das fühlen, was ich ihm vorgebe, oder aber, was er selbst dabei empfindet, denn ich gebe allgemein eigentlich nichts vor. Ich möchte weder einen bestimmten Eindruck erzeugen, noch in nur eine Richtung lenken.

Aber ich rede eigentlich nicht gern über meine Intentionen. Das ist auch gar nicht von Belang, denn wenn der Bindfaden nicht von selbst funktioniert, dann ist er nicht eines Kunstwerkes würdig. Ein Bindfaden ist auch vielseitig einsetzbar. Man kann ihn einfach mitnehmen und jeden Ort damit bespielen und das, ohne dass es irgend wem auffällt. (mehr …)

Welche Ausführung von Popmusiker hätten Sie denn gerne?

Freitag, Mai 21st, 2010 By Nina

Sie sind interessiert an einer ganz besonderen Investition, bei der Sie auch noch nicht als Spießer dastehen? Dann raten wir Ihnen Ihr Geld im Musikgeschäft anzulegen. Aktuell haben wir ganz neue Klone von Bands reinbekommen. Oder wie wäre es mit Drohnen? Ich sehe schon, Sie sind ein Kunde mit Geschmack, der sich nicht so leicht hinters Licht führen lässt…

Wir bieten momentan folgende Modelle an: Da wäre zum einen der traurig schmachtende Sänger, der Traum von kleinen Mädchen, der sensible Typ, der aber auch ein bisschen Macho ist und Lieder über die Liebe, die Sehnsucht und den Weltschmerz singt. Trifft garantiert den Nerv der Zielgruppe von sieben bis sechzehn… Wir bieten ihn in einem Paket an, in dem die ständige Wartung des Sängers, zwei Singles mit Top5-Garantie und ein Album enthalten sind. Außerdem haben wir momentan einen Extra-Service, bei dem unsere Freunde von der Presse Gerüchte streuen, er hätte eine Freundin usw. Das Ganze gibt es natürlich noch in der Boybandvariante mit unterschiedlichen Typen: Der Blonde Süße, der coole Wilde, der eher erwachsene Typ, der Macho und der verträumte Künstler.

Oder sind Sie mehr auf der Suche nach einem weiblichen Modell? Hier bieten wir die Typen Schlampe, Pop-Prinzessin und ganz neu die super Verrückte, die total crazy ist und sich für eine Künstlerin hält (beide brechen in einen Lachanfall aus). Alle treffen garantiert fünf von acht Tönen und haben natürlich eine makellose Figur, die man auf Wunsch aber auch kurzfristig auseinander gehen lassen kann, wenn man mal schnelle PR braucht. Skandale werden natürlich wie immer mitgeliefert, dafür haben wir in jeder großen Redaktion einen unserer Pressevertreter sitzen bzw. verlässliche Schreiber Pressemeldungen, die diese auch gut platzieren und sehen, dass die richtigen Leute sie bekommen. Alle Modelle lassen sich natürlich mit einem Knopfdruck schnell zerstören. Am besten machen Sie dies während eines Konzerts, dann hat die Künstlerin (beide brechen in einen Lachanfall aus) eben ihr Leben für die Kunst (beide brechen in einen Lachanfall aus) geopfert. (mehr …)

untitled but not unappreciated

Dienstag, Mai 18th, 2010 By draingirl

(Gastbeitrag von draingirl) Chestnut Hofeder ist eine in sich zurückgezogene Person. Rummel um die eigene Person mag der 21-jährige Nachwuchskünstler nicht. Das sagt er von sich selbst. Er hat gerade seinen Abschluss an der Kunstakademie Düsseldorf gemacht und ist einer derjenigen Absolventen, die ausgewählt wurden, um auf der Art Cologne auszustellen. Dass dies eine der größten Ehrungen überhaupt ist, muss ich an dieser Stelle

An Komposition, Witz und Feingefühl kaum zu übertreffen.

eigentlich gar nicht mehr erwähnen. Wer sich dort gut verkauft, kann schon mal den Sprung in den Kunstmarkt schaffen. Tausende kunstbegeisterte Anleger werden dort sein und jetzt heißt es auf sich aufmerksam machen.
Chestnut Hofeder wird dort mit einem Werk aus seiner Abschlussarbeit vertreten sein: untitled 1. Auf den ersten Blick bekommt das Auge sehr viele Informationen. Farben Formen, auch menschliche. Der gebürtige Düsseldorfer befasst sich mit dem Phänomen der Computerwelt, der Technisierung unserer Gesellschaft, es geht ihm aber auch um die Zerbrechlichkeit des Geistes, der Verletzlichkeit der Seele, aber eigentlich möchte der dem Betrachter die Interpretation offen lassen, obwohl ja die beiden Streifen, die so prominent indem C-Print erscheinen genau den Fokus umschreiben, den ein Spieler nach 6,5 Stunden WOW (World of Warcraft) bekommt. In diesem Zustand ist der „Spieler“ nicht mehr in der Lage sein Umfeld komplett zu erfassen, was durch die verschwommenen Streifen sehr schön dargestellt ist.
In diesem Zustand ist ein Mensch nicht mehr fahrtüchtig und kann sogar deutlich an Kommunikationsfähigkeit einbüßen.
Chestnut Hofeder prangert ganz klar den Spielkonsum an, pointiert dabei geschickt die geheimnisvolle Schönheit, die allen Computerspielen innewohnt. Strahlende Farben leuchten dem Betrachter aus den Bildschirmen (wahrscheinlich sind es Bildschirme, wobei einem Chestnut da noch den nötigen Interpretationsspielraum lässt) entgegen, vom Körper getrennte Hände führen formvollendete Bewegungen aus.
Ja, Chestnut ist zu Recht bei der diesjährigen Art Cologne vertreten. Je nachdem, in welche Richtung er jetzt weiter geht, könnte er der nächste Damien Hirst, Martin Kippenberger oder Marianne Rosenberg werden. Der WOW – Effekt wird nicht lange auf sich warten lassen.