Archive for the ‘Kunst’ Category
Die Essenz des Guten – Webserie zwischen Facebook und Wirklichkeit
Mittwoch, März 9th, 2011
Ja, liebe Freunde der TV- und Medienlästerei, heute ausnahmsweise mal wieder seit langem ein kleiner Tipp. Ja, es gibt noch Lichtblicke am medialen Horizont, manchmal muss man nur ein bisschen darüber hinaus gucken…
Fast jeder von uns tummelt sich auf Facebook und selbst die, die nicht darauf sind, haben einen Hintergrund. Sie interessieren sich einfach nur nicht dafür, sondern der Boykott ist eine bewusste Haltung. Doch ist Facebook wirklich unser Leben, unsere Realität? Wohl eher nicht, denn wenn wir ehrlich sind, verkauft man hier nicht selten ein Scheinbild. Man zeigt sich so wie man sein möchte, wie andere einen sehen sollen. Am besten beruflich erfolgreich, cool, dynamisch und vor allem voller Elan und fröhlich im Party-Rausch.
Genau mit diesem Bild beschäftigt sich die neue Webserie „Die Essenz des Guten“ des UFA Lab und des Künstlerkollektivs „Das Kind mit der goldenen Jacke“. Worum geht’s? Lena Kinzer zieht nach Berlin, doch ihr (Ex-)Freund geht nach Paris und sie sitzt nun alleine in der Hauptstadt. Von Berlin aus verfolgt sie ihren Ex via Facebook, der dort angeblich in einer Wohnung neben dem Eiffelturm wohnt und sich auf einer Veranstaltung nach der nächsten mit seiner Neuen amüsiert.
Doch wie wir wissen, ist nicht alles Gold, was glänzt und die Essenz des Guten sagt meist wenig über die komplexe Realität aus. Ach ja, hier gibt’s die Webserie „Die Essenz des Guten“ zu sehen…
Ode an den Plastik-Praktikanten
Mittwoch, Februar 2nd, 2011Oh, du schnöder Praktikant, der du dich für unser aller Wohl immer wieder aufs Neue in Plastik gießen lässt! Allein damit wir uns amüsieren, zwängst zu dich in Kostüme und Masken, in die sich sonst kein normaler Mensch wagen würde.
Oh, du heiliger Plastik-Praktikant, der du uns von Monstern über Roboter bis hin zu wilden Tieren oder Bäumen schon alles präsentiert hast um unsere Fantasie und gute Laune anzuregen. Du beschertest uns Filme wie „Killer-Krokodile 1-9“, „Killer-Haie 1-7“, „Killer-Dinosaurier 1-8“, „Angriff der besonders echt aussehenden Monster aus dem unterirdischen Weltall“ und eine deiner Glanzleistungen „Superkleine Mutanten-Todesbienen“.
Was würden wir ohne dich tun, du selten tapferer Plastik-Praktikant, der du für uns stundenlang schwitzt, leidest, dich verrenkst und dir zur Not auch ein Bein absägst, wenn es die Roboter-Rolle verlangt? Wir sehen all die Monster an uns vorbeiziehen und nicken anerkennend vor soviel Leistung. Armer kleiner Plastik-Praktikant, hoffentlich vergisst dich niemand in deinem Haifisch-Kostüm…
Das Dschungelcamp mit künstlerischem Anspruch
Mittwoch, Januar 19th, 2011Schon faszinierend wie momentan halb Deutschland mitfühlend in den australischen Dschungel blickt. Nein, ich spreche nicht von der verheerenden Hochwasser-Katastrophe, das ist doch mehr eine Attraktion, die Rede ist natürlich von der Show „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!“.
Uh, werdet ihr jetzt denken, Unterschichtenfernsehen, Proleten, Eva Jacob. Doch was wäre, wenn genau dies nicht auf RTL käme, sondern in einer Galerie stattfinden würde? Stellt euch vor, Künstler bauen einen künstlichen Dschungel, unterstützt von einem findigen Kurator und echte, wilde Künstler, die eben gerade so angesagt sind, leben dort während die Besucher durch die Ausstellungsräume flanieren.
Da werden wild grunzend Mehlwürmer verspeist, man legt sich in einen gläsernen Sarg und lässt sich von Kakerlaken überschütten oder fährt Schlangen in einem Boot spazieren. Alles sehr archaisch. Diese Künstler führen uns zurück an die Wurzeln der Zivilisation, Kritiker führen ihre Tänze auf und interpretieren eine neue Rohheit der Kunst, eine neue Dimension der Performance. Das menschliche Zusammenleben in all seinen Schwächen wird vorgeführt und auf einmal schwingen sich die Künstler in neue Höhen.
Ja, die heutige Kunstszene unterscheidet sich wirklich von RTL… Alles eine Frage der Perspektive, oder nicht?

