Fußballkultur adé
(Gastbeitrag von gentle.rocker) Heute die Schockmeldung für alle Fußball-Fans: Tore werden ab September nur noch zeitverzögert im Free TV gezeigt. Ist das der Anfang vom Ende unserer Fußballkultur? Oder würde das viel eher einen Schritt in die richtige Richtung markieren, weg von einem knallhart durchkommerzialisierten Fußball-Wahnsinn, der seinen letzten Höhepunkt in einer vergleichsweise langweiligen WM 2010 in Südafrika fand?
Kaum waren sechs Wochen seit diesem letzten Milliardenspektakel vergangen, fing der Ball auch schon wieder an, durch die Stadien zu rollen. „Megadeals“ und „Sensationsmeldungen“ gab es selbst in der fußballerischen Gurkenzeit, als Halbgötter wie Raúl von den „Königlichen“ zu den „Königsblauen“ wechselte. Die Fußballstadien treiben in bester Brot-und-Spiele Manier immer mehr Massen an, die sich mittlerweile 24/7 rund um die Uhr nur noch mit Fußball im Fernsehen berieseln lassen können.

Stecken wir nicht schon lange in einem fußballerischen Kultur-Kollaps? Wo sind die Stimmen, die sich gegen die Fanatisierung dieser „Religion“ erheben? Es wird nicht mehr lange dauern, bis es zum Normalfall wird, wenn Teenies für einen dreistelligen Euro-Millionenbetrag den Verein wechseln, um gegen einen mehr oder weniger runden Lederball zu treten.
Doch all diese Entwicklungen scheinen nur paradigmatisch zu sein für eine Gesellschaft, in der schon seit langem Vieles aus den Fugen geraten ist – die destruktive Finanzkultur Finanzindustrie schlägt etwa auch beim Fußball voll durch. Man darf darauf warten, bis auch die Fußballblase platzt – viele Vereine pfeifen jetzt schon aus dem letzten Loch. So wird sich auch die sogenannte Fußballkultur ganz analog zu anderen Kulturen ihren eigenen Kollaps bereiten.
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Tags: Brot und Spiele, Fußball

